Gefängnis ohne Mauern, Schiff ohne Meer…
mit Philipp C. Mayer, Miriam Götz, Julian Kämper, Ensemble Garage
Jean Genet (1910-1986) – immer wieder als Landstreicher, Außenseiter, Homosexueller, Dieb, Rebell gelabelt, ist einer der bekanntesten und vermutlich umstrittensten Schriftsteller Frankreichs. Inhaftiert beginnt Genet aus der Gefängniszelle heraus zu schreiben und wird zu einer Ikone der französischen Literatur. Sein literarisches Denken und Schreiben kreist dabei immer wieder um jene Zeit, die er als Jugendlicher in der berüchtigten Strafkolonie Mettray – einem ‚Gefängnis ohne Mauern‘ – verbrachte.
In acht ‚tableaux morts‘ werden Motive Genets Schreibens wie eine Landschaft erkundet: die beklemmenden Schatten Mettrays, das ständige Spiel mit Realität und Imagination, die feine Grenze zwischen Zärtlichkeit und Gewalt und das seltsame Verhältnis einer überbordenden Sprache und einer tiefen Leere.
Do. 23.04.26 // Fr. 24.04.26
19 Uhr // 17 Uhr
